Krieg gegen Iran – Tag 37 nach dem Ende der Waffenruhe

13. Siwan 5786

Heute musste die IDF leider erstmals den Tod einer Soldatin bekannt geben. Sgt. Rotem Yanai, 20, s’’l, verlor ihr Leben bei einem tödlichen Angriff einer Spreng-Drohne im südlichen Libanon. Die Drohne explodierte, als Rotem auf dem Weg zum Schutzraum war. Zwei weitere Soldaten wurden beim gleichen Vorfall verletzt.

München erhält als erste Stadt ausserhalb Israels ein ‘Zentrum für Holocaust-Aufklärung’. Das Zentrum soll dazu beitragen, dem zunehmenden Antisemitismus und der Geschichtsklitterung entgegenzuwirken. München wurde u.a. deswegen ausgesucht, weil hier der folgenschwere Geburtsort der NSDAP war. Das Zentrum wird am Karolinenplatz, wo sich auch das NS-Dokumentationshaus befindet, entstehen und wird innerhalb von drei Jahren fertiggestellt. Die Initiative wurde bereits 2023 bei einem Treffen des damaligen Bundeskanzlers Scholz und dem Vorsitzenden von Yad VaShem, Dani Dayan, besprochen. Das Projekt wird von Bundeskanzler Merz und Regierungschefs ganz Deutschlands unterstützt. «Eine historisch fundierte Holocaust-Bildung ist wichtiger denn je», sagte Dayan und warnte vor zunehmender Holocaustleugnung, Verzerrung und Antisemitismus.

Während der Koalitionsverhandlungen im Herbst 2022 verlangte der Vorsitzende der Partei ‘Vereintes Torah Judentum’, Yitzhak Goldknopf, dass das Wehrdienstgesetz, welches die Haredim vom Dienst in der IDF ausnimmt, tatsächlich verabschiedet wird. Das ist es bis heute noch nicht, wie man weiss. Es ist immer noch Gegenstand zahlreicher Forderungen und Drohungen, die von Netanyahu überwiegend mit barer Münze beschwichtigt werden. «Der Gerer Rebbe, Yaakov Aryeh Alter, sagte mir, ich müsse von Benjamin Netanyahu den Posten des stv. PM verlangen. Als ich Bibi das sagte, sprang seine Frau auf und schrie: «Wen wirst du zum Stellvertreter machen? Hast du völlig den Verstand verloren?» Schliesslich, als Bibi mir sagte, er werde mir einen doppelten Ministerposten [Goldknopf: Bau- und Wohnungswesen und Meir Porusch: Jerusalem und jüdische Tradition] geben, fragte ich ihn: « Was mache ich damit?» Er erklärte: «Wir sitzen dann beide im gleichen Boot und du kannst mich immer daran erinnern, dass wir an dem Gesetzesentwurf [des Wehrdienstgesetzes] arbeiten müssen.» Das verlautbarte Goldknopf während einer Konferenz in Beit Shemesh. Quelle: Ynetnews 27.5.2026

GStA Gali Baharv-Miara hat sich wieder einmal den Zorn der Koalition zugezogen. Sie gab bekannt, gegen den früheren Medien- und Strategieberater von Netanyahu Klage zu erheben. Jonathan Urich wird wegen Weitergabe von Verschlusssachen mit der Absicht, die Staatssicherheit zu gefährden, wegen Besitzes von Verschlusssachen und wegen Vernichtung von Beweismitteln angeklagt. Die Koalition wirft der GStA vor mit dieser Anklage eine politisch motivierte Verfolgung der Rechten zu starten: «Es gibt keine logische Erklärung für diese Behauptung ausser einer Verfolgung der Rechten, des Premierministers und der Mitglieder seines Kabinetts. Am Ende wird die Wahrheit siegen!», klagt Verkehrsministerin Miri Regev. «Gali Baharav-Miara nutzt das Justizsystem böswillig als Waffe gegen eine Seite des politischen Spektrums: die Seite, die sie zu Recht entlassen hat, die Seite, die den Verfall beheben wird, der sich im gesamten Rechtssystem ausgebreitet hat», erklärt Knesset-Sprecher Amir Ohana.

Der Giftzwerg-Wadenbeisser Smotrich möchte unbedingt verhindern, dass am kommenden Montag das Gesetz zur frühzeitigen Auflösung der Knesset und den damit vorgezogenen Neuwahlen verabschiedet wird. Als Grund gibt er an, dass zunächst das Gesetz zur Teilung der Kompetenzen des GStA verabschiedet werden muss. Was er konkret meint ist, dass die aktuelle GStA Gali Baharav-Miara nicht mehr dazu kommt, den Netanyahu-Berater Urich anzuzeigen. Die Anzeige zeige, «dass ihre Macht korrupt und räuberisch ist und eine Gefahr für die Demokratie und die Bürgerrechte in Israel darstellt.» Hoffentlich ist die Zeit dieses Demagogen in der Knesset bald Geschichte!

KI, selbst generiert ( von links nach rechts: Samaria u. Judäa, Bnei Brak und Beit Shemes Illit , Norden des Landes)

Smotrich hat sich mit seinem mehrfachen Veto zu einem Gesetzesentwurf zu Steuererleichterungen wieder einmal bewiesen, dass seine Entscheidungen, wer was erhält, strikt nach dem Prinzip vorgeht: Wo leben meine potenziellen Wähler? Bei einer Endlos-Debatte in der vergangenen Nacht lehnte er zunächst Steuererleichterungen für das immer noch stark verwüstete Gebiet im Norden ab, das noch dazu täglich von der Hisbollah beschossen wird. Auf der anderen Seite erhöhte er mit der Begründung, dort gäbe es eine erhöhte Sicherheitsbedrohung, genau das Paket für Dutzende Siedlungen in Samaria und Judäa um 25 %. Nach laut gewordener Kritik, Smotrich würde Gebiete mit seinen Wählern bevorzugen, stimmte er einem Gebiet zu, das bis zu 2 km von der Grenze zum Libanon entfernt war. Eine Ausdehnung auf neun km lehnte Smotrich wiederum ab. Hanoch Milwidsky, Likud und Vorsitzender des Gremiums, erklärte: «Ich habe versucht, das Finanzministerium davon zu überzeugen, dass es im Konfliktgebiet an der Grenze keinen Unterschied zwischen der 0-2-Kilometer-Linie und der 0-9-Kilometer-Linie geben sollte. Leider hat der Finanzminister sein Veto eingelegt.» Oppositionsabgeordnete warfen Smotrich vor, Gelder effektiv in Siedlungen sowie in haredische Gemeinden zu leiten, die ebenfalls in den ursprünglichen Gesetzentwurf aufgenommen wurden, um sich die Unterstützung ultraorthodoxer Parteien für die Verabschiedung des Gesetzes zu sichern – und das alles auf Kosten des Nordens.

Netanyahu forderte, die Kontrolle über den Gazastreifen von derzeit 60 % auf 70 % auszudehnen. Diese Forderung gab er bei einer Konferenz der ‘Ein Prat Leadership Academy’ bekannt. Die Zuhörerschaft skandierte «Wir wollen 100 %!» worauf er grinsend antwortete: «Wir beginnen mit 70 %, dann sehen wir weiter!» Bereits jetzt hält Israel die Kontrolle über mehr Gebiete, als im Friedens-Plan von Trump vorgesehen sind.

Die von Ashraf al-Mansi geführte Anti-Hamas-Miliz, die von Israel unterstützt wird, hat ein Video veröffentlicht, in dem einer ihrer Mitglieder mit einer schweren israelischen Militär-Drohne arbeitet. Bisher war die Miliz nur mit leichten Waffen in der Öffentlichkeit erschienen. Auf seiner Facebook-Seite schreibt al-Mansi: «Die von Ashraf al-Mansi angeführte Volksarmee im nördlichen Gazastreifen gibt die erfolgreiche Einführung fortschrittlicher Drohnen in den operativen Einsatz bekannt.» Brigadegeneral Ghassan Dehini, der als Kommandeur verschiedener Milizen im Gazastreifen gilt, verkündete, dass mit den neuen Drohnen «mehrere erfolgreiche Operationen durchgeführt worden seien.»

Das libanesische Gesundheitsministerium gab bekannt, dass bei einem israelischen Luftangriff am frühen Morgen ein Appartementhaus in der Stadt Sidon mindestens fünf Personen, darunter zwei Frauen, getötet und 21 weitere verletzt wurden. Bei einem weiteren Angriff auf ein Fahrzeug wurden sechs Personen, darunter leider zwei Kinder und ihre Eltern, getötet.

Das iranische Aussenministerium verurteilt scharf den US-amerikanischen Luftangriff auf die südliche Hafenstadt Bandar Abbas. Darüberhinaus kritisiert ein Sprecher des Ministeriums die Rhetorik Trumps, die als immer bedrohlicher empfunden wird. Trump hatte gedroht, wenn «der Oman sich nicht ordentlich aufführt, werden wir ihn in die Luft jagen.» Auch die IRGC verspricht eine heftige Antwort, wenn die USA erneut einen Angriff durchführt.

Erstmals nach drei Wochen hat die IAF wieder einen Angriffsflug auf ein Gebäude in Beirut durchgeführt. Nach Warnungen der Trump-Administration, dass die Waffenruhe durch Angriffe auf Beirut gefährdet sein könnte, hat sich Israel von Angriffen zurückgehalten. Ziel des Angriffs war Ali al-Husni, der mit seiner Miliz die Angriffe mit Raketen durch die Hisbollah leitet.

In den letzten 24 Stunden hat die IDF mehr als 135 Ziele der Hisbollah ausgeschaltet. Die Ziele befanden sich im südlichen Libanon, im Baqa’a-Tal und Tyros.

Im südlichen Gaza wurde ein bekannter Finanzchef, Ihab Khrizim, der laut Angaben des Militärs ein zentrales Netzwerk für Geldtransfers an die Hamas leitete, eliminiert. Bei dem Angriff wurde ausserdem Mohammed al-Habash getötet, ein Kommandeur im Hauptquartier der Hamas für die Waffenproduktion, so die IDF.



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