Krieg gegen Iran – Tag 229 seit dem Beginn der Kämpfe (Tag 1 bis zur Wahl)

15. Cheshwan 5787

Nur noch weniger als 24 Stunden verbleiben bis zum Beginn der wohl wichtigsten Wahl seit der Staatsgründung. Nachdem sich Netanyahu noch einmal mit einer flehenden Bitte um Unterstützung an Trump gewandt hat (s. gestern), was zeigt, wie pessimistisch er hinsichtlich eines möglichen Wahlerfolgs ist, hat sich Präsident Herzog ebenfalls zu diesem unrühmlichen Thema gemeldet. Er betonte, dass eine Unterstützung, von wem auch immer, seine Entscheidung über den Auftrag zur Regierungsbildung nicht beeinflussen werde. An dieser Stelle mein Dank dafür, dass Herzog seiner Einstellung treu geblieben ist. Das gilt auch für die Begnadigung Netanyahus, die Trump unbedingt erzwingen wollte.

Netanyahu hat eine für heute geplante Likud-Sondersitzung aufgrund andauernder ‘Sicherheitsangelegenheiten’ kurzfristig abgesagt. In der Sitzung sollen Likud-Abgeordnete für morgen mobilisiert werden. Es wird jedoch erwartet, dass er im Laufe des Abends seine Wahlkampftätigkeit wieder aufnimmt.

CNN berichtete, dass die US-Streitkräfte innerhalb von 96 Stunden nach einem Befehl von Trump in Bereitschaft stehen, einen möglicherweise grossangelegten Angriff auf den Iran zu starten. In der Region stehen bereits ausreichende Truppenzahlen bereit, um nicht nur den Status quo aufrechtzuerhalten, sondern auch nachhaltige Zerstörungen anzurichten. Ein mit der Planung betrauter Beamter erklärte, es sei keine Frage des „ob“, sondern des „wann“. Immer wieder wird betont, dass der früheste Zeitpunkt nach den Midterms sein wird. Die Führung des US-Zentralkommandos und des Pentagons hat eine umfassende Zielliste erarbeitet, die die iranische Energieinfrastruktur, Militärstandorte und Nuklearanlagen umfasst. Das Weisse Haus lehnte jede Stellungnahme ab, während das Pentagon sich auf seine Funktion als Planungsorgan berief.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu drängt auf neue Angriffe gegen den Iran, doch US-Beamte haben ihn gebeten, diese zu verschieben, bis die Trump-Regierung bereit ist, gemeinsame Operationen durchzuführen, wie zwei US-Beamte und eine israelische Sicherheitsquelle berichteten.

«Netanyahu wollte unbedingt einen gemeinsamen Angriff auf den Iran vor den Wahlen und versuchte, Trump davon zu überzeugen, doch Trump gab kein grünes Licht», sagte die israelische Sicherheitsquelle gegenüber CNN. Das Büro des Ministerpräsidenten bezeichnete dies als „Fake News“. Ein Grund für Trumps Ablehnung sei, dass Generalstabschef Eyal Zamir dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, US-General Dan Caine, mitgeteilt habe, dies würde den Wahlen in Israel schaden und zu deren Verschiebung führen, fügte die israelische Sicherheitsquelle hinzu.

Eine Verschiebung der Wahlen würde sicherstellen, dass Netanyahu weiterhin den Posten des Premierministers bekleiden kann. Das ist sein erklärtes Ziel und sein Traum. Solange Raketen fallen, kann man nicht ungestört zur Wahl gehen. Was Netanyahu in den letzten Monaten zu erreichen versuchte, will er nun mit Druck durchsetzen. Und zwingt Zamir zu einer aussergewöhnlichen Handlung: der Befehlsverweigerung.

„Iran!!!!“

Einem Bericht von Kanal 12 zufolge kam es bereits zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Netanyahu und Zamir. Zamir erhielt angeblich von Netanyahu einen entsprechenden Befehl bezüglich des Iran, weigerte sich jedoch, ihn sofort umzusetzen. Stattdessen forderte er eine rechtliche Abklärung und eine Genehmigung. VM Katz bezeichnete den Bericht als ‘völlig unbegründet und falsch’. Es gibt einen klaren Grund, warum Israel nicht allein gegen den Iran loszieht: dem Land fehlen Verteidigungs- und Abwehrmunition, ohne die es dem Iran schutzlos ausgeliefert ist.

Haaretz berichtet, dass es zu Spannungen zwischen dem Chef des Mossad, Roman Gofman, und hochrangigen Mitarbeitern des Geheimdienstes gekommen ist. Anlass der Spannungen war die unterschiedliche Haltung zu den Bestrebungen Netanyahus, noch vor den Wahlen einen Schlag gegen den Iran auszuführen, um damit die Wahlen zu torpedieren. Während Gofman, ein ehemaliger Militärsekretär Netanyahus, die Absicht unterstützt, lehnt der Geheimdienst sie grundsätzlich ab. Hochrangige Mossad-Beamte stellten Netanyahus Urteilsvermögen in Frage und äusserten die Sorge, dass politische Erwägungen mit sicherheitspolitischen vermischt würden, berichtet „Haaretz“. Neben dem Geheimdienst ist Netanyahu auch bei Generalstabschef Eyal Zamir auf Ablehnung für seine desaströsen Pläne gestossen.

Eine Drohne, die in der Nacht von Israel aus in Richtung Gazastreifen geflogen wurde, wurde von der IDF im Luftraum nahe dem Kibbutz Nahal Oz erfolgreich abgeschossen. Der Inhalt der Drohne wird derzeit untersucht. Es scheint sich um ein Hochleistungsmodell zu handeln, das Nutzlasten von einigen Dutzend kg transportieren kann. In den letzten Jahren gab es immer wieder Versuche, Waffen und Drogen mit Drohnen über die ägyptische und jordanische Grenze nach Israel zu bringen.

Die Hisbollah hat sich in den letzten drei Monaten offenbar darauf vorbereitet, die massiven Angriffe gegen Israel wieder aufzunehmen. Libanesische Sicherheitskräfte berichten, dass die mit dem Iran verbundene Terror-Organisation erneute Finanzspritzen erhalten hat. Die seit Juni bestehende weitgehende Waffenruhe hat der Terror-Organisation die Chance gegeben, Sprengstoff zu beschaffen und Drohnen zu bauen. Quellen aus dem Umfeld der Hisbollah berichten, dass die Finanzspritze mehr als US$ 10 Mio betragen habe. Diese Summe ist zusätzlich zu den mehr als US$ 200 Mio die bereits zur Unterstützung vertriebener Familien aus den schiitischen Gebieten gezahlt wurden.

Saudi-Arabien hat drei Drohnen abgefangen und zerstört, die von den Houthi-Terroristen auf Riyadh abgeschossen worden waren. Saudi – Arabien offeriert den Houthi-Terroristen US$ 1 Milliarde, damit sie die Angriffe gegen sie einstellen. Zur Erinnerung, in den letzten Jahren haben die Saudis sich ihren ‘Frieden’ mit den Houthis mit jährlich US$ 300 Millionen erkauft.

Am Wochenende eliminierte die IDF zwei Hamas-Terroristen bei gezielten Angriffen im Gazastreifen. Mohammed Halawa, ein Sicherheitsspezialist der Terrororganisation, und Ahmed Zahir Fuad Abu-Odeh, ein Techniker, hatten zahlreiche Angriffe gegen die IDF und Zivilisten in Israel geplant und durchgeführt.

Drei Palästinenser, die aus einem Tunnelschaft in der Nähe von Khan Younis an die Oberfläche kletterten, wurden von der IDF entdeckt und mit einem gezielten Luftangriff eliminiert. Der Tunnelschaft befand sich innerhalb des Gebiets hinter der Gelben Linie.



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