20. Cheshwan 5787
Die iranische Armee warnt davor, dass ein neuer Angriff der USA den Krieg weiter ausweiten könnte als bisher. Die Warnung erfolgt, während neue diplomatische Bemühungen darauf abzielen, eine Wiederaufnahme der Kämpfe zu verhindern. Trump hat angekündigt, dass er die Kämpfe nach den Midterms, die am Dienstag stattfinden, neu starten könnte. Katarische Vermittler befinden sich seit gestern in Teheran. US-Vizepräsident JD Vance soll schriftlich Kontakt mit dem iranischen Sicherheitschef Mohsen Rezaei aufgenommen haben. «Sollte der US-Präsident unter dem Druck der Zionisten und in dem Versuch, diese zu beschwichtigen, erneut regionale Abenteuer unternehmen, werden die Flammen des Krieges zweifellos ein viel grösseres geografisches Gebiet erfassen», sagt der Sprecher der iranischen Armee, Mohammad Akraminia, in einem Beitrag auf X.
Die USA haben ihre Verbündeten in der Golfregion aufgefordert, sich ab dem 4. November auf eine neue Kampfrunde vorzubereiten. Es wird erwartet, dass die Kämpfe kurz, aber heftig ausfallen werden. Die Golfstaaten sind angesichts wahrscheinlicher iranischer Vergeltungsschläge um Deeskalation bemüht und versuchen, auch die USA dahingehend zu beeinflussen. Es wird sogar befürchtet, dass einige der Golfstaaten den USA verbieten werden, von ihren Militärstützpunkten aus zu operieren.
Der immer noch unsichtbare ‘Supreme Leader’, Ayatollah Moijtaba Khamenei, betonte angeblich bei einem Treffen mit den höchsten iranischen Militärführern, dass der Iran auf jeden Angriff der USA sofort und mit uneingeschränkter Stärke reagieren werde. «Sollten die Feinde erneut militärische oder terroristische Angriffe verüben, werden die Streitkräfte der Islamischen Republik und die iranische Nation den Zeitpunkt und die Bedingungen für deren Ende bestimmen», erklärte Khamenei in einer Stellungnahme, die von der halboffiziellen Nachrichtenagentur ‘Nour’ veröffentlicht wurde. Khamenei wies die IRGC an, seine Zielliste zu aktualisieren, mit dem Absicht, «alle materiellen und immateriellen Vermögenswerte der USA und Israels in Reichweite der Streitkräfte zu bringen».
Der iranische Aussenminister Abbas Araghchi erklärte gegenüber Al Jazeera, erneut keine Pläne für Gespräche mit den USA zu haben. «Derzeit sind keine Treffen mit amerikanischen Vertretern geplant, und alle Spekulationen, die etwas anderes behaupten, sind lediglich Vermutungen der Medien.» Der Brief, den US-Vizepräsident JD Vance zu Beginn der Woche an den iranischen Sicherheitschef Mohsen Rezaei geschickt hatte, sei auf ‘höchster Ebene“ diskutiert worden. Vance hatte darin angeboten, die Friedensgespräche wieder aufzunehmen. Trump hingegen dementierte den Inhalt und betonte, «es sei nur um die Einfuhr medizinischer Hilfsgüter in den Iran gegangen».
Der syrische Aussenminister, Asaad al-Shaibani, überlegt, ob Syrien der ‘Mekka-Allianz’, einem der NATO ähnlichen Zusammenschluss von der Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan beitreten soll.
Die Opposition wird wahrscheinlich ihre Mehrheit von 67 Sitzen nutzen, um unmittelbar nach der Vereidigung der 26. Knesset am 10. November Knesset-Sprecher Amir Ohana aus dem Amt zu drängen. Radio ‘Kan’ berichtete, dass Yair Lapid, der keinerlei Ambitionen hat, PM zu werden, ein möglicher Kandidat sei. Entsprechende Gespräche haben bereits vor den Wahlen stattgefunden.
Eine ‘feindliche’ Drohne griff zwei Fischerboote 14 Seemeilen südlich der iranischen Insel Qeshem an, meldete die halb-offizielle iranische Zeitung ‘Fars’. Bei dem Angriff wurden zwei Seeleute verletzt, zwei weitere werden noch vermisst. Der Iran behauptet mittlerweile, es habe sich um eine US-amerikanische Drohne gehandelt. Die beiden vermissten Fischer wurden entsprechend einer Meldung des iranischen Staats-TVs gefunden; über ihren Gesundheitszustand ist nichts bekannt,
Yossi Verter bringt es wieder auf den Punkt. In seiner Analyse: «Eisenkots einziger Vorteil wäre, wenn er als Erster versuchen dürfte, eine Regierung zu bilden.» (Ha’aretz 29.10.26)
Zitat (v. Y. Verter): Der Anführer des Lagers [Netanyahu] quält sich nicht mit Werten oder ethischen Fragen. Für ihn sind alle Partner legitim und geeignet. Kriminelle, Kahanisten, Rassisten, per Definition Antizionisten, die den Staat nicht anerkennen, die die IDF verunglimpfen und die massenhafte Wehrdienstverweigerung legitimieren, Menschen, die gefallene Soldaten verspotten und sie gleichzeitig als Nazis bezeichnen. In Onkel Bibis Hütte ist für jeden Platz.
Damit ist eigentlich schon fast alles gesagt. Es scheint, so Verter, als wäre die andere Seite, also die Opposition, die ‘ethischere’. Doch stimmt das? Leider nein, sie grenzen 21 %, also ein Fünftel der Bevölkerung, einfach aus. Obwohl sie arbeiten, Steuern zahlen und, wie wir es bei dieser Wahl erlebt haben, ihr bürgerliches Wahlrecht wahrnehmen. Manchmal sind sie extrem in ihren Aussagen, die jedes Mal in der derzeitigen Koalition orgiastische Wut auslösen: «Die Hamas ist auch eine Wohltätigkeitsorganisation.» Das war einmal so, tatsächlich und Israel hat viel dazu beigetragen, dass sie damit einen starken Gegenpol zur Fatah bilden konnte. Aber sind die Aussagen des tattergreisen Rav Dov Lando, der den Einsatz der IDF in Gaza als ‘echten Mord’ bezeichnete oder vom ehemaligen Oberrabbiner Yitzhak Yosef, der Yeshiwa Studenten aufforderte: «Lasst die Militärpolizei kommen, lehnt euch gegen sie auf!», um so vieles besser, dass sie einfach hingenommen werden?
Der Likud und seine infamen Versuche, die arabischen Parteien des ‘Wahldiebstahls’ zu bezichtigen, sind nichts als das Beissen einer in die Enge getriebenen Ratte, die keine andere Kommunikation kennt, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlt. Die bösartigen Unterstellungen sind der zweite Teil des staatlich sanktionierten Rassismus, nachdem es nicht gelang, die arabischen Parteien von der Wahl auszuschliessen.
Der Ausgang der Bemühungen, eine Regierung zu bilden, ist völlig offen. Eisenkot hat sich vielleicht zu früh öffentlich zum Sieger gekürt, Netanyahu hat damit fünf Stunden gewartet. Wer tatsächlich siegen wird, werden die nächsten Wochen zeigen.
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