Gedenktag für die Ermordung von Yitzhak Rabin am 11. Cheshvan 5787 / 22.10.2026

Am Gedenktag für die Ermordung von Yitzhak Rabin, dem 11. Cheshvan 5787 nach dem hebräischen Kalender, hielt ich eine Rede an einer Gedenkveranstaltung an der Universität Tel Aviv, an der die Universitätsgemeinschaft teilnahm. Ich muss zugeben, dass es mir schwerfiel, an diesem Gedenktag über Rabin zu sprechen, und meine Worte waren von grosser Ergriffenheit geprägt. Ich füge das vollständige Video meiner Rede in einem anderen Beitrag sowie schriftliche Auszüge aus meiner Rede bei.

Hier sind ausgewählte Auszüge aus meiner Rede an der Gedenkveranstaltung an der Universität Tel Aviv am 22.10.26, dem hebräischen Datum seiner Ermordung, dem 11. Cheshvan 5787.

«Wenn ich heute hier stehe, trage ich nicht nur die Erinnerung an Yitzhak Rabin in mir, sondern auch eine tiefe persönliche Erinnerung an einen Menschen, dem ich als Knesset-Abgeordneter und als Regierungsmitglied unter seiner Führung dienen durfte. Für mich ist Rabin nicht nur eine historische Figur, ein Premierminister und ein Staatsmann, sondern ein Führer, den ich aus nächster Nähe kannte, ein besonderer Mensch, dessen Erinnerung an seine Ermordung in der Nacht vom 4. November 1995 ich seit jenem schrecklichen Abend, an dem der Himmel zusammenbrach, in mir trage.“

………………

«Leider hat die israelische Gesellschaft die Lektion nicht ausreichend verinnerlicht. Meiner Ansicht nach war es ein schwerwiegender Fehler, die Untersuchung des Mordes im staatlichen Untersuchungsausschuss unter der Leitung von Richter Shamgar ausschliesslich auf die Umstände des Mordes und die Sicherheitsvorkehrungen zu beschränken, anstatt sich auch mit der Hetze auseinanderzusetzen, die dem Mord vorausging. Deshalb habe ich mich bei der Abstimmung über die Einsetzung des Untersuchungsausschusses unter der Leitung von Richter Shamgar gemeinsam mit Minister Micha Harish der Stimme enthalten. Selbst als ich nach dem Mord als Minister für religiöse Angelegenheiten versuchte, gegen Rabbiner vorzugehen, die den Weg für die Anwendung des «Rodef-Gesetzes» ebneten, erschwerte die damalige Führungsspitze das Ergreifen eindeutiger Massnahmen. Ich vertrete die Auffassung, dass auch die Strafverfolgungsbehörden versagt haben, als sie behaupteten, es sei unmöglich, zahlreiche Aufwiegler vor Gericht zu stellen; meiner Meinung nach wäre es möglich gewesen, gegen führende Aufwiegler vorzugehen und klarzustellen, dass Aufwiegelung nicht unter den Schutz der Meinungsäusserungsfreiheit fällt. Rabin warnte in seiner Rede an der Friedenskundgebung am Abend des Attentats, dass Gewalt die Grundlagen der Demokratie untergrabe und verurteilt werden müsse.“

………………..

«Im Jahr 1992 förderte Rabin bei der Regierungsbildung eine Partnerschaft mit der arabischen politischen Führung, indem er mit dieser in der Knesset ein Sperrblock bildete. Damit begann er, die Vision der Unabhängigkeitserklärung von einer Partnerschaft der Vertreter der arabischen Bevölkerung in den staatlichen Institutionen und bei der Entwicklung des Landes auf der Grundlage voller und gleicher Bürgerrechte zu verwirklichen. Ausserdem hob er die Beschränkung bei den Kinderzulagen für ehemalige Armeeangehörige auf. Leider erschwert das heutige öffentliche Klima nach dem Massaker vom 7. Oktober den Trend hin zu Partnerschaft und Gleichberechtigung. Doch wir sind nicht von der Vision der Gründerväter befreit, die eine vollständige und legitime Teilhabe aller Teile der Gesellschaft in Israel – einschliesslich der arabischen Bevölkerung – auf der Grundlage voller und gleicher Staatsbürgerschaft vorsieht, wie es in der Unabhängigkeitserklärung zum Ausdruck kommt. Auch im Nationalitätsgesetz sind Änderungen erforderlich, um unser Bekenntnis zur vollen bürgerlichen Gleichberechtigung angemessen zum Ausdruck zu bringen.“

Zum Abschluss meiner Ausführungen merkte ich an:

«Wenn ich auf das Israel des Jahres 2026 blicke, bin ich besorgt über die sich vertiefende Polarisierung. Ich bin besorgt über die Kontroversen rund um die Justizrevolution, über die Aushöhlung der Stellung der Gerichte, der Rechtsberatung und der freien Medien. Ich bin besorgt über die Gesetze zur Wehrdienstverweigerung, über die Aufstachelung und über die Spaltungen in der Gesellschaft. Ich bin der Ansicht, dass die Ereignisse vom 7. Oktober, die noch nicht von einer staatlichen Untersuchungskommission untersucht wurden, eine tiefgreifende nationale Selbstreflexion erfordern.

Und dennoch bleibe ich optimistisch. Ich glaube an dieses Volk, an seine Widerstandskraft; ich schöpfe Mut und Hoffnung aus dem Engagement der Bürger, die in dieser grossen Krise ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis gestellt haben, sowie aus der überragenden Tapferkeit der Kämpfer und Kommandanten der Volksarmee. Ich bin tief bewegt von den Protesten gegen den Regimewechsel und dem lauten Aufschrei für die Freilassung der Entführten. Dank all dem glaube ich an die Fähigkeit Israels, Krisen zu überwinden und gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

Liebe Freundinnen und Freunde, das Andenken an Rabin verpflichtet uns zum Handeln, nicht nur zum Trauern. Wir müssen die Hetze bekämpfen, die Rechtsstaatlichkeit verteidigen, die Demokratie stärken und eine Gesellschaft der Gleichheit, Gerechtigkeit und des Friedens schaffen. Ich glaube, dass wir eine Chance haben, Rabins Vermächtnis zu verwirklichen und einen Staat aufzubauen, der seinen Verpflichtungen gegenüber seinen Bürgern nachkommt.

Ich glaube daran, weil man immer das Licht sehen muss.“

ביום הזכרון לרצח יצחק רבין על פי הלוח העברי יא בחשוון תשפ“ז נשאתי דברים בעצרת זכרון באוניברסיטת תל אביב בהשתתפות קהילת האוניברסיטה .אודה כי היתה קשה עליי המשימה של דברים על רבין ביום זכרון ודבריי נאמרו בהתרגשות גדולה .אני מצרף את הסרטון המלא של דבריי בפוסט אחר וכן קטעים בכתב מדבריי.

הנה קטעים נבחרים מהדברים בעצרת הזכרון באוניברסיטת תל אביב 22.10.26 בתאריך העברי להירצחו י“א חשוון תשפז.

„כשאני עומד כאן היום, אני נושא עמי לא רק את זכרו של יצחק רבין, אלא גם זיכרון אישי עמוק של אדם שהייתה לי הזכות לשרת כחבר כנסת וכחבר ממשלה תחת הנהגתו. עבורי, רבין אינו רק דמות היסטורית, ראש ממשלה ומצביא, אלא מנהיג שהכרתי מקרוב, אדם מיוחד שאת זכר הירצחו , בליל 4 בנובמבר 1995, אני נושא עמי מאז אותו לילה נורא שבו נפלו השמים.“

………………

„לצערי, החברה הישראלית לא הפנימה די הצורך את הלקח. בעיניי, הייתה זו שגיאה קשה לצמצם את חקירת הרצח בוועדת החקירה הממלכתית בראשות השופט שמגר רק לנסיבות הרצח ולסדרי האבטחה, במקום להתמודד גם עם ההסתה שקדמה לרצח לכן נמנעתי בהצבעה על מינוי ועדת החקירה בראשות השופט שמגר, ביחד עם השר מיכה חריש. גם כאשר ניסיתי, כשר הדתות, לאחר הרצח לפעול נגד רבנים שפתחו פתח לתחולת דין רודף, המנהיגות הבכירה באותה שעה הקשתה על נקיטת צעדים חד־משמעיים. עמדתי היא כי גם גורמי האכיפה נכשלו כשטענו שאי אפשר להעמיד לדין מסיתים רבים; לדעתי, ניתן היה לפעול נגד מסיתים מובילים ולהבהיר שהסתה אינה חוסה תחת הגנת חופש הביטוי.רבין הזהיר בנאומו בעצרת השלום בליל הרצח שהאלימות היא כרסום יסודות הדמוקרטיה וצריך להוקיע אותה.“

………………..

„בשנת 1992 רבין קידם שותפות עם המנהיגות הפוליטית הערבית בהקמת הממשלה, כאשר יצר בלוק חוסם עם המנהיגות הפוליטית הערבית בכנסת. בכך החל להגשים את חזון מגילת העצמאות לשותפות של נציגי האוכלוסייה הערבית במוסדות המדינה ובפיתוח הארץ על בסיס אזרחות מלאה ושווה. הוא גם ביטל את מגבלת יוצאי הצבא בקצבאות הילדים. למרבה הצער, האקלים הציבורי כיום לאחר טבח השבעה באוקטובר מקשה על מגמת השותפות והשוויון. אבל אין אנו פטורים מחזון המייסדים על שותפות לגיטימית מלאה של כל חלקי החברה בישראל כולל הציבור הערבי על בסיס אזרחות מלאה ושווה ,כפי שבא לידי ביטוי במגילת העצמאות. נדרשים גם תיקונים בחוק הלאום, כדי לבטא באופן ראוי את מחויבותנו לשוויון אזרחי מלא.“

בסיום דבריי ציינתי :

„כאשר אני מתבונן בישראל של שנת 2026, אני מודאג מן הקיטוב ההולך ומעמיק. אני מודאג מן המחלוקות סביב המהפכה המשפטית, מן הפגיעה במעמדם של בתי המשפט, של הייעוץ המשפטי ושל התקשורת החופשית. אני מודאג מחוקי ההשתמטות, מן ההסתה ומהשסעים בחברה. אני סבור כי אירועי שבעה באוקטובר, שלא נחקרו עדיין בוועדת חקירה ממלכתית, מחייבים חשבון נפש לאומי עמוק.

ובכל זאת, אני נשאר אופטימי. אני מאמין בעם הזה, בחוסנו, אני שואב עידוד ותקווה ממסירותם של אזרחים שהוכיחו את התנדבותם בעת המשבר הגדול ומגבורתם העילאית של הלוחמים והמפקדים של צבא העם. אני נפעם מהמחאה נגד המהפכה המשטרית ומהזעקה הגדולה בעד שחרור החטופים. בזכות כל אלה אני מאמין ביכולתה של ישראל להתגבר על משברים ולצאת מהם מחוזקת.

חברות וחברים, הזיכרון של רבין מחייב אותנו לפעול, לא רק להתאבל. עלינו להיאבק בהסתה, להגן על שלטון החוק, לחזק את הדמוקרטיה ולקיים חברה של שוויון, צדק ושלום. אני מאמין שיש לנו סיכוי לממש את מורשת רבין ולבנות מדינה המקיימת את חובותיה כלפי אזרחיה.

אני מאמין בכך משום שתמיד חייבים לראות את האור.“



Kategorien:Israel, Politik, Shimons' lounge

Schlagwörter:

Kommentar verfassen