Was geschah am 6. Juni?

7. Siwan 5782

Gestorben: 

1968 wird Robert F. Kennedy, der jüngere Bruder von JF Kennedy, geboren am 20. November 1925 in Los Angeles erschossen. Kennedy war ein entschiedener Gegner der Rassendiskriminierung, bekämpfte die Mafia und kritisierte die Vietnampolitik von Präsident Lyndon B. Johnson. Mehr und mehr entwickelte er sich zu einer Ikone des sozialdemokratischen Lagers der USA. 1968 kandidierte er als Gegenkandidat zu Richard Nixon für die Demokraten. 

Kennedys israelfreundliche Äusserungen, die die palästinensische Frage völlig ausklammerten, wurden von einem Mörder als Hauptgrund für das Attentat angeführt. 

Der Mörder war der 1944 geborenen Palästinenser Sirhan Sirhan, der seither eine lebenslange Strafe in Kalifornien absitzt. In seiner Jugend in Jerusalem erlebte er gewaltsame Ereignisse im Zusammenhang mit dem Unabhängigkeitskrieg, denen auch sein Bruder zum Opfer fiel. Ihr Haus wurde von der Hagana besetzt und die Familie musste in den Ostteil der Stadt fliehen. 1956 konnten sie, dank US-amerikanischer Hilfe, in die USA auswandern. 1966 zog er sich bei einem Reitunfall eine schwere Gehirnverletzung zu. 

In der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 1968 erschoss er den Präsidentschaftskandidaten, als dieser nach einer Rede den Ballsaal des Hotel Ambassadors in Los Angeles durch die Küche verliess.  Kennedy wurde von drei Kugeln getroffenen und erlag einen Tag später seinen schweren Verletzungen. Sirhan gab bereits während des Prozesses und in jedem der Berufungsverfahren an, sich nicht an die Tat erinnern und sie sogar unter Hypnose ausgeführt zu haben. 

Bisher scheiterten alle Versuche, ihn aus der Haft zu befreien. In den 70er Jahren gab es sogar Geiselnahmen und Flugzeugentführungen seitens von PA Organisationen, ihn freizupressen. 

Das letzte Berufungsverfahren wurde im Januar 2022 abgelehnt.

Krieg:

1982 begann der 3 Monate dauernde Libanonkrieg mit dem Decknamen «Frieden für Galiläa». Nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges hatte sich die PLO im Libanon festgesetzt und führte von dort aus Angriffe auf Israel aus. Ziel der israelischen Angriffe auf den Libanon war es, die Strukturen der PLO zu zerschlagen. 

Vorhergegangen waren zwei Anschläge in Paris, zunächst auf die israelische Botschaft und wenige Tage später auf den israelischen Diplomaten Yaacov Bar-Simantov. Anfang Mai waren mehr als 100 Katjuschas aus dem Süden des Landes auf Israel abgefeuert worden. Schliesslich kam es Anfang Juni zu einem versuchten Anschlag auf den israelischen Botschafter Shlomo Argov in London, was seitens Israels als Bruch des Waffenstillstandsabkommens von 1981 gewertet wurde. Israel begann daraufhin mit massiven Angriffsflügen auf PLO Stellungen im Libanon. 

Verteidigungsminister Ariel Sharon bewilligte das Eingreifen israelischer Truppen mit der Einschränkung, sich auf keinerlei Kampfhandlungen mit den vor Ort agierenden syrischen Truppen einzulassen, Ziel der Militäraktion war ausschliesslich die Zerstörung der PLO Strukturen und das zurückdrängen der Aktivisten um mehr als 50 km entfernt von der libanesisch-israelischen Grenze. 

Im Laufe der kommenden Monate gerieten die Kampfhandlungen teilweise ausser Kontrolle. Weltweite negative Beachtung zog das Massaker im Flüchtlingslager von Sabra und Shatila nach sich, dem zwischen 300 und 3000 Menschen zum Opfer fielen. Das Massaker wurde von christlichen Milizen verübt. 

Eine Untersuchungskommission warf dem damaligen PM Menachem Begin vor, die Kriegshandlungen viel zu wenig überwacht zu haben. Auch Ariel Sharon und der damalige Stabschef Rafael Eitan mussten sich umfangreichen, teils bis heute immer wieder zu hörenden Vorwürfen stellen und ihre Posten aufgeben. 

Zwischen 1985 und 2000 besetzte Israel ein als Sicherheitszone bezeichnetes Gebiet im Süden des Libanon. 



Kategorien:Aus aller Welt, Israel, Timeline

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