29. Aw 5786
Naftali Bennett hat den Samthandschuhen, mit denen VM Israel Katz jüdische Siedler-Terroristen anfasst, eine Abfuhr erteilt. In einem Interview mit 103FM-Radio erklärte er: «In Judäa und Samaria leben 550.000 Israelis, von denen die überwiegende Mehrheit gesetzestreu ist. Sie leisten ihren Wehrdienst in der Reserve und zahlen Steuern – ganz normale Menschen, die ich wirklich sehr schätze», und fügt hinzu: «Es gibt eine Minderheit, die gegen das Gesetz verstösst, und das Gesetz sollte mit strenger Hand gegen jeden durchgesetzt werden, der es bricht.» Die 2024 von VM Katz aufgehobene Administrativhaft für jüdische Terroristen wird er wieder einsetzen. «Wo es angebracht ist, ja. Wo es nicht angebracht ist, nein. Ich habe keine Angst davor.» Auf die Frage, ob Angriffe jüdischer Extremisten auf Palästinenser Terror seien, antwortet Bennett mit Ja. «Diese Minderheit – und ich betone: eine Minderheit – betreibt zweifellos Terrorismus. Wenn man Zivilisten angreift, um sie zu terrorisieren, begeht diese Minderheit Terrorismus. Ganz klar. Ein Haus anzünden, während sich die Bewohner darin befinden? Das ist kein Judentum, das entspricht nicht unseren Werten.» Shin-Bet Chef David Zini hat sich erst vor Kurzem (s. 6. August) dafür ausgesprochen, dass die Administrativhaft ausschliesslich für Palästinenser angewendet werden soll. Den Terror bezeichnete er als ‘Reiberei’! Hoffentlich kann sich Bennett gegenüber ihm und anderen durchsetzen.

Nach offenbar vergeblichen Versuchen, die jüdischen Siedler-Terroristen von der palästinensischen Siedlung Qusra zu entfernen, zog die IDF unverrichteter Dinge ab. Die Zufahrtstrasse zu den Häusern ist nach wie vor blockiert, nur das Zelt, in dem die Siedler sich aufhielten (s. Sonntag) wurde abgebaut. Am Wochenende hatten Siedler und Soldaten dort gemeinsam gebetet. Woher also der plötzliche Sinneswandel kommt, abzuziehen, bleibt das Geheimnis der IDF. Nur wenige Stunden später kehrten Sicherheitskräfte zu dem provisorischen, illegalen Aussenposten zurück, der sich vor der Einfahrt gebildet hat. Jetzt, am frühen Nachmittag, sieht es nicht danach aus, als würde das Gebiet von den Siedlern geräumt werden. Am späteren Nachmittag halten IDF-Reservisten des ‘Home Front Command’ Journalisten davon ab, sich den belagerten Häusern zu nähern. Als Begründung geben sie an, dass das Gebiet mittlerweile eine gesperrte Militärzone sei. Auf die Frage, warum sie die Siedler nicht einfach evakuieren, antworten sie, dass sie auf die Grenzpolizei warten, die den Job übernehmen werden. Stellt sich die Frage, wann die IDF sich auf ihre Aufgabe besinnt und die jüdischen Siedler-Terroristen nachhaltig vertreibt?! Angeblich wurde am späten Nachmittag mit der Evakuierung des Aussenpostens begonnen. Gegen jene Soldaten, die am Wochenende die Siedler unterstützt hatten, werden disziplinarische Massnahmen eingeleitet. Gen. Maj. Avi Bluth hat gemeinsam mit anderen hochrangigen Militärs die Familien, deren Haus seit Tagen belagert ist, besucht. Anschliessend besichtigten sie einige Aussenposten, um sich selbst ein Bild der Situation zu machen. In einem Statement der IDF hiess es anschliessend: «Während der Besichtigung befassten sich die Kommandeure eingehend mit den Handlungen, die israelische Zivilisten gegen die palästinensische Familie begangen hatten, und ordneten eine Reihe von Massnahmen an», teilte die Armee mit, ohne Einzelheiten zu nennen. Am frühen Abend schaltete sich erstmals Generalstabschef Eyal Zamir in das tragische Geschehen ein. Er ordnete an, «dass ein zusätzliches Bataillon im Gebiet stationiert werden soll und der Einsatz in gemeinsamer Zusammenarbeit mit der israelischen Polizei und dem Sicherheitsdienst Shin Bet durchgeführt werde.»


Das Leben der anderen war nichts wert! Als Trump nach dem NATO-Gipfel mit seiner Air Force One nach Hause fliegen wollte, vereitelte dies ein Anschlagsplan des Irans, der dem Sicherheitsdienst bekannt wurde. Während über den hinteren Eingang Trumps gesamte Entourage, Journalisten, aber auch Aussenminister Marco Rubio, Finanzminister Scott Besset und zwei langjährige Berater an Bord gingen, stand Trump winkend auf der oberen Plattform seines Eingangs. Soweit war alles normal. Aber dann begann die Camouflage. Auf der anderen Seite von Air Force One wurde ein Catering-Container hochgefahren. Trump stieg um und wurde zu einer weiter entfernt auf dem Rollfeld stehenden Militärmaschine gebracht, die er schon häufiger benutzt hatte. Zuletzt bei seinem Kurzbesuch in Evian. Trump wurde mit dieser Maschine nach Grossbritannien gebracht und durfte von dort aus mit dem Staatsflugzeug nach Hause fliegen. Wie es gelang, in GB einen unbemerkten Flugzeugwechsel zu bewerkstelligen, ist unklar, jedenfalls stieg er aus der alten Air Force One, mit der er hätte fliegen sollen. Die New York Times widmet der Frage, ob die an Bord zurückgelassenen Passagiere gefährdet waren oder nicht. Tatsache ist, sie wurden nicht informiert. Stattdessen wurde angeordnet, die Fensterblenden zu schliessen und während des ganzen Fluges geschlossen zu lassen. Der Trick ist nicht neu, Georges W. Bush, Bill Clinton und Barack Obama wurden auf diese oder eine andere Art aus dem sprichwörtlichen Schussfeld genommen. Neu ist, dass die an Bord sitzenden Menschen nicht informiert wurden. Joe Lockhart, der während Clintons Reise nach Islamabad Pressesprecher war, betont: «Wir haben uns grosse Mühe gegeben, sicherzustellen, dass möglichst viele Menschen, insbesondere Zivilisten, geschützt wurden und nicht als menschliche Schutzschilde dienten. Daran haben sie nicht einmal gedacht. Und für mich ist das der grosse Unterschied.» Wenn man für den Präsidenten arbeitet, muss man das Risiko auf sich nehmen, dass es auch zu Gefahrenmomenten kommen kann, betont ein ebenfalls früher aktiver Sprecher. «Da war [die Türkei] nicht anders als die Reisen in den Irak und nach Afghanistan», sagte er. «Man wägt alle Risiken ab und ermittelt die Taktik, die die sicherste Option bietet – unabhängig davon, wem man dabei auf die Füsse tritt oder wessen Gefühle verletzt werden.» Auch wenn die Sicherheit des Präsidenten immer Vorrang hat, haben die Sicherheitsbeamten «auch (!) eine Verpflichtung gegenüber der Sicherheit derjenigen, die mit dem Präsidenten reisen. Und wenn das Risiko dieser Reise bekannt ist – wie es in diesem Fall zweifellos der Fall war –, sind sie verpflichtet, zumindest die groben Umrisse darzulegen, damit die Reisenden fundierte Entscheidungen treffen können».
Trump erklärte bei einem Besuch der ‘Patriot Games’, dass die USA die Kontrolle über die Strasse von Hormus beibehalten werden. Das wird als Zeichen gewertet, dass die Verhandlungen, wo und in welcher Form sie auch stattfinden, wieder einmal stocken. «Die USA haben die vollständige Kontrolle über die Strasse von Hormus. ICH GLAUBE, WIR WERDEN SIE BEHALTEN! Unsere Seeblockade wird von allen als ‚EINE MAUER AUS STAHL‘ bezeichnet, und der Iran kann nichts dagegen tun», schreibt Trump auf Truth Social. «Sie haben keine Marine, sie haben keine Luftwaffe, ihre verbliebenen Soldaten werden nicht bezahlt, die IRGC ist dezimiert und auf der Flucht, und ihre Führung ist bestenfalls unsicher! Sie haben kein Geld – ihr Land ist am Boden», fährt er fort. Der Iran wiederum schreibt, dass die Strasse von Hormus erst dann wieder geöffnet wird, wenn die USA ihren Forderungen zu 100 % nachgeben. Trump macht einen schweren Fehler, wenn er seit Neuestem damit beginnt, die Führer, die er noch vor wenigen Wochen als ‘vernünftiger als ihre Vorgänger’ bezeichnet hat, zu beleidigen. «Alles, was sie haben, sind FAKE NEWS und eine 300-prozentige INFLATION, und es wird immer schlimmer! Der Iran redet nur und handelt nicht, er ist nicht mehr der Tyrann des Nahen Ostens. Gelobt sei Allah!», sagt Trump.
Ein bisschen zweifeln darf man beim nachfolgenden Bericht. Der ehemalige sephardische Oberrabbiner, Yitzhak Yosef forderte angeblich seine Anhänger auf, bei den kommenden Wahlen nicht (!) für die Shas zu stimmen. Yosef gehört zu den wichtigsten geistigen Führern der Shas Partei. «Die Zeit ist gekommen, dass wir die Rechten zu Fall bringen. Wir können von ihnen nichts mehr erwarten. Nur mit den Linken können wir Vereinbarungen treffen.» Einer seiner Anhänger berichtete nach einem Gespräch: «Er sagte zu mir: „Netanyahu und die Partei des religiösen Zionismus hassen uns, aber die Linke respektiert uns. Die Linke will nur an die Macht kommen und will uns nichts Böses. Mit ihr können wir zusammenarbeiten.“» Betrachtet man die Äusserungen unter dem Gesichtspunkt, dass Gadi Eisenkot erklärt hatte, er könne sich eine Zusammenarbeit mit Shas vorstellen, so könnte der Oberrabbiner tatsächlich eine solche Anweisung aus wahltaktischen Gründen gegeben haben.



Eine abscheuliche, menschenverachtende Kampagne haben sich die Haredim einfallen lassen, die erneut gegen die Festnahme von Wehrdienstverweigerern demonstrieren. In schwarze Mäntel mit dem gelben Stern mit der Aufschrift ‘Haredi’ gehüllt, grölen sie: «Die Armee ist schlimmer als der Tod!», während sie erneut eine Hauptstrasse blockieren. Leib Cohen, einer der Demonstranten betonte gegenüber ynet: «Für uns sind wir das jüdische Volk, die Torah, die Gebote. Jeder Versuch, das jüdische Volk von seinen Symbolen zu entwurzeln – durch den zionistischen Staat Israel, der sich zum Ziel gesetzt hat, hier eine Nation aufzubauen, die angeblich das Judentum repräsentiert. Die Welt der Torah und des Glaubens zu zerstören, darum geht es hier. Nicht weniger als bei den Deutschen. Ohne Torah und Glauben ist uns der Tod lieber. Dieser Krieg wird für den Staat Israel mit Sicherheit in einem totalen Scheitern enden.» Ein zweiter erklärte: «Für einen Juden gibt es Dinge, die wichtiger sind als das Leben, und alle säkularen Menschen sollten das verstehen. Während der Kreuzzüge wurden tausende Juden ermordet, weil sie nicht konvertieren wollten. Der Glaube ist wichtiger als das Leben. Es ist besser, durch die Hand eines Nazis zu sterben, als in der Armee zu dienen und säkular zu werden. Das ist die reine Wahrheit. Darum geht es in diesem Kampf, und wir werden keine Kompromisse eingehen.» Das Plakat, das sie mitführen, spricht für sich selbst. Wie tief sind sie gefallen, wie wenig kennen sie die Torah! Grundsätzlich: Wir Juden lieben das Leben, es sind die Muslims, die den Tod lieben.
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