Krieg gegen Iran – Tag 167 seit dem Beginn der Kämpfe

01. Elul 5786

Soldaten und Soldatinnen der Überwachungstruppen entlang der Grenze zu Gaza schlagen erneut Alarm wegen verdächtiger Aktivitäten der Hamas. Vor dem Massaker vom 7. Oktober 2023 hatten sie lange zuvor über aussergewöhnliche Aktivitäten entlang des Grenzzauns berichtet und waren arrogant von ihren Vorgesetzten abgewiesen worden. Sogar mit dem Kriegsgericht wurde den Mädels der Einheit 8200 gedroht, wenn sie nicht mit den Warnungen aufhören würden. Jetzt gibt es wieder Berichte, dass bewaffnete Terroristen zu beobachten sind, wie diese in Gaza an der Gelben Linie, die das Gebiet zwischen israelischer und Hamas-Kontrolle trennt, operieren und Sprengsätze legen. «Ich fühle mich genau wie am 6. Oktober», sagt eine der Soldatinnen. «Was ist der Unterschied? Dass wir das an der Gelben Linie feststellen und nicht am [Grenz-]Zaun. Das ist der Unterschied. Wir sehen wirklich, dass sie wissen, dass wir nicht auf sie schiessen werden. Die Bewohner von Gaza sind keine Idioten. Letztendlich testen sie uns ständig und prüfen, ob wir reagieren oder nicht. Es ist genau wie vor dem 7. Oktober.» Die Soldatinnen sind frustriert: «Meine Kameraden und ich fühlen uns ein bisschen überflüssig. Wenn ich weiss, dass sie ohnehin nichts mit meiner Identifizierung von terroristischen Aktivitäten anfangen werden, wozu sitze ich dann acht Stunden am Tag da und überwache das Gebiet super-super-genau?» Nehmt die Beobachtungen ernst, ein zweites Mal darf der Hamas kein Überfall gelingen und kein einziger Soldat, darf bei einem solchen Angriff sterben!

Die israelische Flughafenbehörde teilt mit, dass die massenhaften Verspätungen zwei Gründe haben. Zum einen die im Sommer regelmässig auftretende Überlastung im Bereich der griechischen Luftraumüberwachung. Zum anderen sind aber auch die immer noch am Flughafen Ben-Gurion geparkten US-amerikanischen Tankflugzeuge mitschuldig an den Verspätungen. Insgesamt gab es am Vormittag innerhalb von drei Stunden bei 90 Flügen nennenswerte Verspätungen. «Wenn eine grosse Anzahl von Flügen in kurzer Folge ankommt, schränkt die begrenzte Verfügbarkeit von Parkplätzen die operative Flexibilität ein und erhöht den Druck auf die Bodensysteme», so die IAA, die Berichte zurückweist, wonach ein Personalmangel die Verspätungen verursache.

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Der Friedensrat, angeführt von Trump, bisher nur ein zahnloser Papiertiger, kündigte an, dass in der kommenden Woche Kushner, begleitet von Tony Blair und Nickolay Mladenov nach Israel reisen wird. «In Israel werden wir die konstruktiven Gespräche fortsetzen, die wir darüber führen, wie der historische, umfassende 20-Punkte-Friedensplan des Präsidenten vorangebracht werden kann», so der Vertreter des ‘Board of Peace’. «Die Vereinigten Staaten und Israel sind sich über das Endziel einig, nämlich eine entmilitarisierte Hamas. Wir werden uns die vorgebrachten Bedenken anhören und über die nächsten Schritte sprechen. Entscheidend ist, dass wir uns beide über das angestrebte Ergebnis einig sind und Wege finden, den Fortschritt zu beschleunigen», fährt der Vertreter fort und scheint dabei auf Israels Widerstand gegen den Entwaffnungsplan des ‘Board of Peace’ anzuspielen, der am 30. Juli von der Hamas gebilligt wurde. Im Anschluss an den Besuch in Israel wird das Trio nach Kairo weiterreisen.

Die USA erwarten nach einer Woche Belagerung eines Hauses in Qusra, das einem US-amerikanischen Doppelbürger gehört, eine öffentliche Verurteilung des Geschehens durch Netanyahu. Selbst US-Boschafter Mike Huckabee, der im Prinzip den Siedlungsbau unterstützt, verurteilte die Siedler, die derzeit einige Häuser besetzen, erstmals als ‘jüdische Terroristen’. Netanyahu hat sich öffentlich bisher nicht zu den Ereignissen in Qusra geäussert. Weder sein Büro noch das Weisse Haus reagierten auf Anfragen nach einer Stellungnahme. Netanyahu hätte schon lange zumindest eine klare Kritik üben sollen, die IDF zur Verantwortung drängen und vielleicht sogar selbst im Gebiet der Dorf- und Hausbesetzungen erscheinen sollen. Er hat schliesslich eine gepanzerte Limousine und entsprechenden Personenschutz!

MK Ofer Cassif, der einzige jüdische MK in einer der arabischen Parteien, wollte heute Vormittag nach Qusra fahren, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Dort werden palästinensische Häuser seit Tagen belagert. Strom und Wasser sind abgeschaltet, es fehlt an Lebensmitteln und medizinischer Betreuung. Ziel der ‘Belagerung’ ist es, einen illegalen Aussenposten, der heute erneut errichtet wurde und eine Handvoll jüdischer Siedler-Terroristen zu beschützen. Am Ortseingang wurde er von IDF-Soldaten gestoppt, die ihm eine gerade erstellte Verordnung zeigten, dass dieses Gebiet sich in der Zone C befinde und militärisches Sperrgebiet sei. Erst nach 20 Minuten durfte Cassif das Dorf betreten. «Das ist genau das, was man mit Apartheid meint. Das ist genau das, was man unter Besatzung versteht.» Bewohner des Ortes beklagten, dass Aktivisten, die ihnen Nahrung bringen wollten, von der Grenzpolizei angewiesen wurden, diese in einiger Entfernung abzulegen. In den Nachtstunden hat die IDF das Dorf Qusra weitgehend verlassen, während die jüdischen Siedler-Terroristen nach wie vor vor Ort sind.

Muhammad Bassam Mushtaha, ehemaliger Kommandant des al-Shati Bataillons der Hamas wurde bei einem gezielten Luftangriff im nördlichen Gazastreifen schwer verletzt. Er erlag seinen Wunden in der vergangenen Woche. Mushtana hielt unter anderem Zachi Idan und Noa Marciano während ihrer Geiselhaft gefangen. Beide wurden während der Geiselhaft ermordet. Später hielt er Ziv Berman, Omri Miran, Ori Megidish, Naama Levy und Matan Angres gefangen, die befreit werden konnten.

VM Israel Katz will angesichts der offensichtlichen Überforderung der IDF in Bezug auf die jüdischen Siedler-Terroristen einen Plan erstellen lassen, nach dem die Strafverfolgung in Samaria und Judäa von der IDF auf die Polizei übertragen werden soll. Damit unterstünde sie dann unmittelbar dem Zugriff des palästinenserfeindlichen Ben-Gvir. Ist das erst einmal durchgesetzt, werden noch weniger Verhaftungen von jüdischen Siedler-Terroristen vorgenommen werden. Stattdessen werden vermehrt Palästinenser und Beduinen in Administrativhaft genommen werden. «Die Polizei soll eine für die Bearbeitung und Regelung ziviler Angelegenheiten geeignete Einheit aufbauen und ausstatten sowie alle erforderlichen Befugnisse und Mittel erhalten», ordnete er gestern dem Generalstabschef Eyal Zamir an. Das Verteidigungsministerium erklärte: «Die Aufgabe des Militärs besteht darin, terroristischen Aktivitäten entgegenzuwirken und Israels Grenzen zu schützen, und nicht darin, ‘Jugendliche auf den Hügeln zu jagen’.» Damit gab das Ministerium die Haltung des Ministers wieder, der die eskalierende Gewalt kleinredet. «Die Bekämpfung israelischer Gewalt im Westjordanland gehört nicht zur Aufgabe der IDF, noch ist sie in der Lage, die Durchsetzung zivilrechtlicher Angelegenheiten dort zu bewältigen und zwar aufgrund des „zu erwartenden und begrüssenswerten Anstiegs der Siedlerzahl im Zuge der Genehmigung neuer Siedlungen im Westjordanland.» Nachdem die Annektierung der umstrittenen Gebiete noch nicht erfolgt ist, liegt die Strafverfolgung noch bei der IDF. Wenn Katz das jetzt ändern will, deutet das auf einen weiteren Schritt in Richtung einer völligen Annektierung hin.



Kategorien:Israel, Politik

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