24. Aw 5786

Heute muss die IDF leider erneut den Tod von zwei Soldaten bekanntgeben. Maj. (res.) Harel Birenstock, 34, und Sgt. Maj. (res.) Tamir Vaknin, 33, s’’l, wurden gestern Mittag Opfer einer Sprengladung, die explodierte, als sie in Majdal Zoun ein Gebäude betraten. Vier weitere Soldaten wurden bei dem Versuch, eine Hisbollah-Infrastruktur zu zerstören, verletzt.

Shin-Bet-Chef David Zini unterstützt offenbar eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, wenn es um die Verhängung der umstrittenen ‘Verwaltungshaft’ geht. Per Ende 2025 sassen angeblich 3.329 Palästinenser in speziellen israelischen Gefängnissen ein. Es befanden sich nur sehr wenige jüdische Siedler-Terroristen unter den Verwaltungshäftlingen, die im Januar 2025 von VM Katz freigelassen wurden. Unter den gegen die israelischen Geiseln ausgetauschten palästinensischen Häftlingen befanden sich überwiegend Verwaltungshäftlinge. Im Juli dieses Jahres erklärte Katz, dass die jüdischen Siedler keine Terroristen sind, sodass er auch keine Haftbefehle gegen sie unterschreibt. Wohl aber gegen Palästinenser, die ohne Anklage und ohne Urteil im Gefängnis sitzen. Zini hat, auch angesichts der dramatisch angestiegenen Gewalt gegen Palästinenser durch jüdische Siedler-Terroristen den Rat der Einsatzkräfte abgewiesen, auch jüdische Extremisten wieder in Administrationshaft zu nehmen. Sogar aus den eigenen Kreisen, insbesondere von einer Einheit, die den jüdischen Terror versucht einzuschränken, kommen immer wieder Warnungen. Zini ist jedoch davon überzeugt, dass jüdischer Extremismus mit anderen Mitteln eingedämmt werden kann und dass die sogenannte ‘jüdische Abteilung’ des Shin-Bet jüdische Verdächtige manchmal grundlos schikaniert, so die Quellen laut Channel 13. In einer Stellungnahme gegenüber dem Sender erklärte der Shin-Bet, man «äussere sich nicht zu den Diskussionen der Fachleute innerhalb des Dienste.» Zini, der sich selbst als ‘messianisch’ definiert, hat bereits vor einiger Zeit die Gelder für die Spezialeinheit reduziert. Gleichzeitig stufte er die Gewaltausbrüche als ‘Reibereien’ ein und schlug vor, die Täter mit elektronischen Fussfesseln zu versehen.
Vizepräsident JD Vance bestreitet, dass es bei seinem Gespräch mit Netanyahu in der vergangenen Woche zu einer Konfrontation gekommen sei. Der Grund für diese Konfrontation sei die jüngste Kritik von Vance an Netanyahu gewesen. «Er hat mich nicht zur Rede gestellt. Wir hatten ein nettes und offenes Gespräch.» Dass das Gespräch alles andere als ‘nett und offen’ gewesen ist, hatte Axios am 30. Juli berichtet. Die beiden hatten am Dienstag während des Aufenthaltes von Netanyahu in Washington ein Vier-Augen-Gespräch im Blair House geführt, um allfällige Meinungsverschiedenheiten auszuräumen. Im Laufe des Krieges gegen den Iran übernahm Vance eine immer wichtigere Rolle und warf Netanyahu vermehrt vor, Trump nicht genügend zu unterstützen, ja sogar, dessen Pläne zu torpedieren. Das Büro von Vance gab später bekannt: «Der Vizepräsident und der Ministerpräsident kamen überein, weiterhin Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zwischen Israel und den Vereinigten Staaten in Bereichen von gemeinsamem Interesse und mit gemeinsamen Zielen zu verfolgen», hiess es. «Das Treffen ist nicht konfrontativ verlaufen, Vance und Netanyahu pflegen eine produktive Arbeitsbeziehung.» Vance betonte in einem Interview mit Fox News, dass Israel ein ‘grossartiger Partner’ sei, was aber nicht bedeute, dass man sich in allen Punkten immer einig sei.

Wie weit sich Israel schon von einem demokratischen Staat entfernt hat, zeigen die Zahlen einer Umfrage des ‘Israel Democratic Institute’. 70 % der Israelis, davon 72 % der jüdischen und 58.5 % der arabischen Bevölkerung befürchten, dass «eine realistische Gefahr besteht, dass die Wahlen vom 27. Oktober nicht demokratisch ablaufen werden.» 90% der Befragten aus dem linken Spektrum, 76 % aus dem Zentrum und 66 % von den Rechten vertraten diese Befürchtung. 40 % der befragten Israelis glauben an die israelische Demokratie (43 % der Juden und 24.5 % der Araber)

Die Washington Post berichtete, dass Trump bei der Kabinettssitzung in der vergangenen Woche heftig mit seinem VM Pete Hegseth aneinandergeraten sei. Der Grund für das Wortgefecht war die Aussage von Trump, dass das Weisse Haus bezüglich der Munitionsvorräte in die Irre geführt worden sei. Trump warf Hegseth vor, dass er davon ausgegangen sei, das Problem mit dem Mangel an Langstrecken- und Abfangraketen sei gelöst worden. Hegseth schob die Schuld, so der Bericht, an seinen Stellvertreter Stephen Feinberg. Die Pressesprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt, versuchte, die Wogen zu glätten: «Das sind zu 100 % Fake News. Das ist buchstäblich nie passiert. Und Präsident Trump hat grösstes Vertrauen in Minister Hegseth.» Auch der Sprecher des Pentagon, Sean Parnell äussert sich: «Minister Hegseth hat niemanden über unsere Munitionslage in die Irre geführt, und er hat die Schuld nicht auf den stellvertretenden Minister Feinberg geschoben. Diese Behauptungen über erschöpfte Bestände, interne Meinungsverschiedenheiten, die Haltung des Ministers zum Iran … sind ebenso frei erfunden.» Sollten die Meldungen über die niedrigen Bestände tatsächlich Fehlmeldungen sein, so hätten sie deutlich zu Trumps Entscheidung, die Angriffe nicht wieder zu intensivieren, beigetragen. Trump erklärte nach der Sitzung, «die USA verfügt über ‘riesige Mengen‘ an Munition und weitere grosse Mengen werden hergestellt und bei Bedarf in die USA geliefert werden.» Er liess jedoch völlig offen, aus welcher Quelle die Munition stammen soll. Die Washington Post schreibt: «Zwar haben die Vereinigten Staaten neue Produktionsvereinbarungen für einige der wichtigsten Rüstungsgüter, wie beispielsweise Patriot-Luftabwehrraketen, angekündigt, doch die Herstellung der Rüstungsgüter selbst kann bis zu zwei Jahre dauern, und eine sofortige Entlastung bei den Engpässen ist nicht in Sicht.»

Seit Jahren fokussiert sich die israelische, amerikanische und europäische Diplomatie auf das iranische Atomprogramm. Ob die letzten Angriffe durch Israel und die USA es tatsächlich weitgehend ausgeschaltet oder nur kurz behindert haben, werden wir nicht so bald wissen. Zunächst fast unbemerkt ist die Strasse von Hormus in den Fokus gerutscht und hat sich zum grössten Problem für die Amerikaner gewandelt. Teheran sperrte und verminte die für den Ölhandel so wichtige Meerenge. Etwa 20 % der Ladungen von Rohöl bleiben immer noch in iranischen Häfen hängen und treiben die Ölpreise in die Höhe. Für Trump ist das eine Katastrophe. Seine Landsleute klagen über hohe Kraftstoff- und Heizöl-Preise. Sie könnten ihm im November bei den Midterms die Rechnung präsentieren und ihn zum grossen Verlierer machen. Trump versucht es mit Diplomatie, Drohungen und regelmässigen Militärschlägen. Teheran hat das bisher scheinbar locker weggesteckt. Im Gegenteil, es wittert eine Einnahmequelle, die den geplagten Staat deutlich entlasten könnte. Oel- und Gasproduzenten sind sich der Notwendigkeit alternativer Routen bewusst, die nicht Gefahr laufen, vom Iran blockiert zu werden. Sie, die von der Strasse von Hormus abhängig sind, arbeiten bereits mit Hochdruck daran, eine Infrastruktur zu entwickeln, die es ihnen ermöglicht, diesen Engpass zu umgehen.
Etwa 30 jüdische Siedler-Terroristen haben in der Nacht erneut pogromähnlich zugeschlagen. In Khirbet a-Tuba, in den Bergen südlich von Hebron, in Judäa, legten sie an mehreren Häusern Feuer. Die Videoaufnahme zeigt, dass Jugendliche mit Benzinkanistern die Brände legten und sich dabei fotografierten. Einige Palästinenser, darunter Frauen und Kinder, mussten mit Rauchgasvergiftungen in Spitäler eingeliefert werden. Sechs Personen, darunter leider auch ein sechs Jahre altes Kind, wurden von den Siedler-Terroristen mit Stöcken geschlagen und mussten ebenfalls medizinisch betreut werden. Nach dem Überfall flohen die Siedler-Terroristen, sodass es keine Festnahmen gab.
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