25. Aw 5786

Der ehemalige Büroleiter von Netanyahu, Yoav Horowitz (2016-2019), rechnet in separaten Interviews mit Kanal 12 und 13 mit seinem ehemaligen Chef ab. Dieser halte sich für «jemanden, der zwischen König, Kaiser und Präsident angesiedelt ist.» Nur als den, der er wirklich ist, sieht er sich nicht: als PM.

Es klingt unglaublich, was Horowitz berichtet. Leider gibt es bisher noch keinen Link zum Interview, das angeblich gestern Abend ausgestrahlt werden sollte. Die selbsternannte royale Familie habe von allen Mitarbeitern des Hauses und Büros eine persönliche Loyalitätserklärung verlangt. Allerdings habe er dafür gesorgt, dass diese Idee nie umgesetzt wurde. Die hätte nicht nur für Netanyahu gegolten, sondern auch für Sara N. und Yair N.. Die von den Mitarbeitern freiwillig oder um des Jobs wegen gezeigte Loyalität bezeichnete Horowitz als ‘Besessenheit’, die einer bedingungslosen Unterwerfung nahekommt. Die Forderung, ein Loyalitätspapier zu unterschreiben, zeugt nicht nur von fehlendem Vertrauen in die Mitarbeiter, als auch von der völlig fehlenden Führungsstärke des PM.
2018 habe er Sara N. davon abhalten müssen, Eli Groner, den damaligen Generaldirektor des Büros des PM, physisch zu attackieren. Während Renovierungsarbeiten in ihrer Villa in Caesarea sei es zu einem Streit über die Finanzierung gekommen. Sara N. sei daraufhin so wütend geworden, dass sie sich auf Grober gestürzt hätte. Horowitz gab an, sie am Arm genommen und weggezogen zu haben. Nach entsprechenden Presseberichten reagierte das Ehepaar mit einer laschen Beschwerde über die böse Presse, bezeichnete die Berichte aber nicht als falsch. Sara N. hatte ihren Mann schon mehrfach gebeten, Groner, der ihren Geldforderungen nicht nachkam, zu entlassen, was von ihm aber abgelehnt wurde. Nach diesem Vorfall kündigte Groner seinerseits. Sara N. ist amtsbekannt wegen ihres Verhaltens gegenüber Mitarbeitern. Immer wieder musste sie sich vor Gericht verantworten und hohe Geldstrafen zahlen.
Die Familie hätte sich immer wieder in Sicherheitsentscheidungen des Landes eingemischt, wobei es unmöglich sei, zwischen Netanyahu und Sara N. zu trennen und auch Yair N. ein ‘weiterer Faktor’ im Umfeld des PM sei. Yair zeichnet sich, das ist hinreichend bekannt, durch Einmischungen in alle möglichen Themen aus, für die er auch schon mehrfach vor Gericht verurteilt wurde. Politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich hat er nichts zu sagen, er ist nicht einmal ein schräger Vogel!

Als ein Beispiel für die Beeinflussung durch die Familie in Sicherheitsfragen führt Horowitz an, dass eine Vereinbarung betreffend die 39.000 afrikanischen Migranten zwischen Israel und der UN am 3. April 2018 ohne Begründung nur wenige Minuten nach der Bekanntgabe im TV gekippt wurde. Horowitz behauptet, ein Anruf «von einer Person aus dem Privathaus» habe Netanyahu dazu bewogen, den Entscheid rückgängig zu machen. Der Vorschlag hätte gelautet, dass nur die Hälfte der Asylanten ausgewiesen werden sollte, während die andere Hälfte mit temporärer Bewilligung im Land bleiben konnte. Das passte offenbar jemandem nicht ins Weltbild. Daher wurde der Deal zunächst auf Eis gelegt. Wo er heute noch liegt. Horowitz schreibt die dramatischen Minuten so: «Wir sind gerade auf dem Rückweg von der Bekanntgabe», sagt Horowitz. «Er bekommt einen Anruf von zu Hause, und während er geht – wir kommen gerade im Büro an –, dreht er sich um und sagt zu mir: ‚Yoav, sag ihnen, es ist abgesagt, ich habe meine Meinung geändert.»
Horowitz beschreibt die Art der Regierungsführung als antidemokratisch und autoritär. «Wenn Ein-Mann-Herrschaft herrscht und die Menschen Angst haben und eingeschüchtert sind, existiert der Gedanke an Regeln, an die Gesetze des Landes, nicht mehr. Seit 2019 gibt es in Israel keine echte Demokratie mehr», fügt er hinzu. «Es gibt ein Amt des PM, das die Knesset vollständig beherrscht, das Justizsystem untergraben und die Polizei unter seine Kontrolle gebracht hat, und es gibt keinerlei Gewaltenteilung.» Hier greift Horowitz sicher zu weit, aber die Tendenz, dass Israel so enden wird, ist bereits deutlich erkennbar.
Das Büro des PM reagiert wie erwartet: «Jeder kennt die Strategie bereits: Wer sich die Gunst der Medien sichern will, weiss genau, was er tun muss – nämlich die Familie Netanyahu zu diffamieren.» Nebbich! Horowitz hat sich mittlerweile der Partei von Gadi Eisenkot angeschlossen.

Hunter Biden, Sohn von Präsident Joe Biden gab bekannt, dass sich der Gesundheitszustand seines Vaters dramatisch verschlechtert hat. «Der Krebs hat sich ausgebreitet, ist in seine Knochen metastasiert und noch weiter», sagte er in einem Interview mit BBC. «Es ist sehr schmerzhaft und in vielerlei Hinsicht sehr kräftezehrend.» Voller Emotionen fuhr er fort: «Es ist wirklich traurig, das mit anzusehen. Das Einzige, was ich über meinen Vater und seinen derzeitigen Gesundheitszustand sagen würde, ist, dass ich mir wünschte, er würde sich öfter beschweren, denn es steht nicht gut um ihn. Er macht immer noch sein Ding», sagte er. «Er glaubt so sehr an dieses Land.» Ich wünsche Präsident Biden einen stabilen und vor allem schmerzfreien Krankheitsverlauf.
Kanal 12 berichtet, dass es angeblich Verhandlungen zwischen Naftali Bennett und Avigdor Libermann gibt, wie sich beide Parteien nach der Wahl zu einer strategischen Zusammenarbeit entschliessen könnten. Die Absicht dahinter wäre, den derzeit stimmenstärksten Gadi Eisenkot daran zu hindern PM zu werden. Eisenkot erhält nach aktuellen Zahlen 23 Sitze, während Bennett nur mehr auf 15 und Liberman auf 11 Sitze kommt. Gemeinsam also 26 und damit genug, um Eisenkot ‘auszutricksen’. Eine so entstehende Regierung entspricht nicht dem Wählerwillen, sondern wäre der Anspruch von Politikern, die glauben, nur sie seien gut für das Land. Genau das haben wir doch derzeit, bitte nicht noch einmal!



Zum sechsten Mal in Folge demonstrierten Haredim vor dem Café Basimta in Jerusalem, welches am Shabbat geöffnet hat. Die Polizei war bereits vor Beginn der Demos vor Ort, um chaotische Szenen wie in den vergangenen Wochen zu verhindern. Säkulare Aktivisten, darunter solche von der Partei ‘Die Demokraten’ (erkennbar an den blauen Shirts) bildeten eine Menschenkette, um die Demonstranten zurückzuhalten. Die Haredim brüllten immer wieder «Shabbos, Shabbos», während die Besucher riefen: «Der Shabbat gehört uns allen!»
Ein 15 Jahre alter Haredi wurde festgenommen, nachdem er einen Beutel mit Exkrementen auf die Wand des Cafés geworfen hatte.
Die Hamas zeigt sich bereit, den von den USA unterstützten Friedensplan für Gaza umzusetzen und fordert die USA nachdrücklich auf, Druck auf Israel auszuüben, um das Abkommen ebenfalls zu akzeptieren. Insbesondere wird der Übergang in die zweite Phase des 20-Punkte-Plans von Trump eingefordert, der schon seit Monaten überfällig ist. Trump hatte bereits im Juni den Beginn der zweiten Phase angekündigt und behauptet, auch Israel hätte den Vorschlägen zugestimmt. Das war jedoch von Netanyahu immer wieder vehement zurückgewiesen worden.
Der Flughafen Leonardo da Vinci in Rom hat den seit 2022 laufenden Vertrag mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael gekündigt, nachdem bekannt wurde, dass das eingesetzte israelische Drohnenabwehrsystem ein militärisches System ist. Gleichzeitig registrierten Techniker der Regierung auch fehlende Betriebsbewilligungen. Die römische Flughafenbehörde verteidigte laut dem Bericht den Einsatz des Systems und erklärte, es sei auch an anderen Standorten in Europa im Einsatz.
Ein Frachter wurde vor der Küste des Omans von Projektilen unbekannter Herkunft getroffen. Ein Feuer brach aus, das jedoch von der Mannschaft gelöscht werden konnte. Am Frachter entstand kein nennenswerter Schaden, die Mannschaft ist unverletzt.
Die VAE gaben bekannt, dass der Iran einen Tanker der staatlichen ‘Abu-Dhabi National Oil Company’ während der Passage der Strasse von Hormus angegriffen hat. Die Rakete richtete keinen Schaden an. Am Freitag hatte ADNOC erklärt, dass seit Kriegsbeginn 15 ihrer Frachter vom Iran angegriffen wurden, drei davon während der vergangenen Woche.
Hinterlasse einen Kommentar