Krieg gegen Iran – Tag 163 seit Beginn der Kämpfe

27. Aw 5786

Mitarbeiter des Aussenministeriums machten einen Betriebsausflug nach Samaria. Dort trafen sie sich mit dem Vorsitzenden des ‘Yesha-Rates’, Yisrael Gantz, der die Rechte der Siedler und ihre Ansprüche gegenüber der Regierung vertritt. Ein Gruppenfoto entstand an einem nicht definierten Ort. «Judäa und Samaria liegen im Herzen des Landes Israel», beschreibt Livne, der stv. Chef des Yesha-Rates, den Besuch sowie das Treffen mit Gantz als «wertvolle Gelegenheit, die Region aus nächster Nähe kennenzulernen und ihre Geschichte mit der Welt zu teilen“.» International sind die Aussenposten nicht anerkannt, Israel setzt jedoch seit geraumer Zeit darauf, immer mehr solche Siedlungen zu bauen und die dort lebenden Menschen zu vertreiben. Wohin die Vertriebenen gehen sollen, scheint der Regierung herzlich egal zu sein. Die Zone A, die völlig unter der Verwaltung der Palästinenser liegt, beträgt nur 18 % der Gesamtfläche von Samaria und Judäa. Hier liegen die grossen Städte wie Ramallah, Nablus, Jenin, Tulkarem, Qalqalya, Bethlehem, Jericho und rund 80 % von Hebron. Das erklärt die hohe Bevölkerungsdichte, die einen weiteren Zuzug nahezu unmöglich macht.

In einem 15 Sekunden Video-Clip ohne Zeitstempel wurde ein scheinbar munterer Mojtaba Khomenei gezeigt, der zu einer Gruppe von Zuhörern sprach. Er fuhr immer wieder mit der rechten Hand an die rechte Gesichtshälfte, die nicht gezeigt wurde. Statt seiner Stimme war eine für die Region typische Singstimme zu hören. Das Treffen zwischen dem Präsidenten und Khomenei hat angeblich sieben Stunden gedauert.

Uri Maklev links, Moshe Gafni rechts

Die haredische Partei ‘Degel haTorah’ denkt darüber nach, ihren Vorsitzenden Moshe Gafni und das Parteiurgestein Uri Maklev vor den kommenden Wahlen abzusetzen. Es war ihnen nicht gelungen, das Gesetz zur Wehrdienstbefreiung für Yeshiwa Studenten durchzusetzen. Der geplante Nachfolger, Yaakov Asher, gilt als dem greisen Oberhaupt der Gruppe, Rabbi Dov Lando nahestehend. Allerdings betonen sowohl Lando als auch Gafni, dass es Gerüchte über eine Ablösung des Vorsitzenden schon lange gebe, die bisher nie umgesetzt wurden.

Die Ankündigung von Trump, gegenüber dem Iran ‘einen Gang zurückschalten zu wollen’ hat die Debatten innerhalb des Weissen Hauses neu angeheizt. Suleiman Maswadeh, Kommentator bei Channel 13 News, warnte, den Kurswechsel ultimativ zu halten: «Ich mache mir keine Sorgen mehr und rege mich auch nicht mehr über Trumps Äusserungen auf. Morgen könnte es schon wieder anders aussehen, und übermorgen könnte er erneut den Kurs ändern. Morgen könnte er den Krieg erklären, drei Tage später ein Abkommen verkünden, und nächste Woche könnte sich das Blatt schon wieder wenden.» Maswadeh betont, dass derzeit innenpolitische Fragen Trump mehr beschäftigen als die grosse Weltpolitik: «Vom ersten Tag an haben wir darüber gesprochen, dass die Zwischenwahlen problematisch und beunruhigend sind. Die Zwischenwahlen finden erst im November statt. Ich glaube, Trump ist derzeit zufrieden mit der wirtschaftlichen Blockade gegen den Iran und dem Schaden, den sie der iranischen Wirtschaft zufügt. Ich weiss, nicht, wie zufrieden Israel damit sein wird, aber wenn das iranische Volk hungert und darauf angewiesen ist, sich allein von Brot zu ernähren, wird die Revolutionsgarde an Stärke gewinnen. Trump hat sich für eine Seite entschieden. Ich möchte nicht sagen, für die Seite der arabischen Staaten, aber so sieht die Situation aus», sagte er. Maswadeh zeichnet ein recht bedrohliches Szenario. Trotz der derzeit relativ beruhigenden Äusserungen aus Washington glaubt er, dass die Möglichkeit einer Eskalation weiterhin besteht, vor allem aufgrund von Trumps Unberechenbarkeit und der provokativen Äusserungen aus Teheran. «Trump könnte beschliessen, dass sein Ego so sehr verletzt wurde, dass er wieder in den Krieg ziehen muss. Bei ihm ist alles möglich. Die Iraner demütigen ihn wirklich. Ich habe das Gefühl, dass sie Trump praktisch darum anflehen, sie anzugreifen. Jeden Tag gibt es eine neue Erklärung eines anderen hochrangigen Beamten, in der es heisst: ‚Wir haben die Vereinigten Staaten gedemütigt, wir haben erreicht, was wir wollten.’ Die Realität sieht etwas anders aus, als sie es darstellen. Die Iraner sind Lügner. Ihre Wirtschaft wurde sehr hart getroffen», sagte er.

Hussam al-Astal, Kommandant der Miliz, die mit Unterstützung Israels die Hamas bekämpft, betont, Israel müsse den 15-Punkte-Plan unbedingt ablehnen, weil die Hamas niemals willens sei, ihre Waffen abzugeben. «Ich glaube nicht, dass das Abkommen zustande kommen wird. Die Hamas wird ihre Waffen nicht abgeben. Ich hoffe, dass es zu einem Waffenstillstandsabkommen kommt, aber ohne die Hamas. Die Hamas wird dem nicht zustimmen. Die Hamas weiss, dass sie nicht mehr an der Macht sein wird, wenn sie ihre Waffen abgibt.» Die Miliz operiert in der Region um Khan Younis.

Das jemenitische Militär gab bekannt, dass bei einem Drohnen-Angriff der Houthi-Terroristen auf die Hafenstadt Mocha sieben Menschen, darunter Angehörige des Militärs und Zivilisten, getötet und 30 weitere verletzt wurden. 11 Drohnen wurden erfolgreich abgefangen und abgeschossen. Yahyah Saree, Sprecher der Houthi-Terroristen betonte, der Angriff habe saudischen Truppenkonzentrationen und Waffenlagern gegolten. Das jemenitische Militär hingegen erklärte, dass auch Wohngebiete in Mocha angegriffen wurden.

In einem Video sieht man, wie IDF-Soldaten gemeinsam mit Siedlern die Amida, eines der jüdischen Hauptgebete beten. Die Szene fand gestern vor einem von jüdischen Siedler-Terroristen belagerten Haus in Qusra statt, wo eine Familie seit Tagen daran gehindert wird, das Haus zu verlassen.



Kategorien:Israel, Politik

Schlagwörter:

Hinterlasse einen Kommentar